Montag, 24. Juni 2013

Service



Gestern sind wir in einen evangelical Service gegangen, das entspricht ungefähr den Freikirchen. Die Gemeinde ist ausschließlich afroamerikanisch. Es war ein wirkliches Erlebnis. Wir sind wie im Internet stand um zehn gekommen und waren damit einer der ersten die da waren. Während der Service lief kamen nach und nach immer mehr Leute. Einige kamen mit Instrumenten. Irgendwann kam jemand hat die Hülle von der Orgel gezogen und angefangen zu spielen. Einige Leute haben sich Chorroben angezogen und sind dann in den Chor marschiert und einige sind drei vier Mal rein und raus gelaufen um das Schlagzeug oder ähnlich große Gegenstände rein zu schaffen. Nach ca. einer Stunde, in der der Service in vollem Gange war, war alles bereit und er hat offiziell angefangen mit einer Prozession.

Besonders beeindruckend war die Musik. Permanent wurde laute, mitreisende Musik gespielt, Gospel wurde gesungen, die Brassband hat die Kirche (und meine Ohren) zum Dröhnen gebracht und teilweise sind die Menschen während er Musik aufgestanden und haben sich geschüttelt, weil sie vom heiligen Geist besessen sind. Mit dem Ingalt der Predigt war ich nicht einverstanden aber das war so das einzige bei dem ich mich unwohl gefühlt habe.

Die Gemeinde hat uns sehr herzlich begrüßt und war sehr erfreut, dass wir zu ihnen gekommen sind und sie besuchen. Sie haben es und auch nicht übel genommen, dass wir nach etwas mehr als zwei Stunden die Segel gestreckt haben, da wir nicht mehr konnten und Katharina die im achten Monat schwanger ist nicht so lange sitzen kann.

Abgesehen davon habe ich gestern nichts gemacht. Ich bin um vier zum Bus, der leider eine Stunde zu spät kam und war dann gegen halb neun daheim und habe mir ein bisschen was zu essen gemacht. Das war es schon.

Bis dann,

Zeno

Sonntag, 23. Juni 2013

Balitmore auf ein Neues



Gestern sind wir morgens nach Baltimore gefahren. Einer der ersten Camden Freiwilligen ist jetzt lutheranischer Bischof von Maryland und hat für uns ein kleines Event in der deutsch amerikanischen Zions Kirche organisiert. Um diese kleine Event herum wurde der Tag geplant.

Zu allererst sind wir in das Büro des Bischofs, wo wir von einem seiner Mitarbeiter eine Einführung in Baltimore bekamen. Baltimore war eine Industriestadt lange Zeit bis dann der typische Mechanismus der Städte nach den zweiten Weltkrieg einsetzte. Die Veteranen und ihre Kinder bekamen billige Kredite für Eigenheime und starke Unterstützung wenn sie auf das Collage gingen. Da es relativ wenig Eigenheime in den Städten, zum Beispiel Baltimore oder Philly, gab und sie aus rassistischen Gründen nicht in der Nähe von Menschen leben wollten die sie nicht mögen, sind sie raus in die Suburbs gezogen. Die frei gewordenen Häuser wurden dann viel von Afroamerikanern bewohnt und vor allem von Leuten die unterhalb der Armutsgrenze lebten. Nach und nach hielten dann der Drogenmarkt, Gangs und Prostitution ihren Einzug in diese Nachbarschaften und so wurden viele Nachbarschaften was man als gefährlich bezeichnen würde. Sobald das der Fall war, sind natürlich erst recht keine weißen Oberschicht- und oder Mittelschichtbürger mehr hingezogen.

Baltimore hat es mit viel Geld, Glück und Anstrengungen geschafft, die Gegend um den Hafen in eine Touriattraktion zu verwandeln, was natürlich wieder Geld einspielt und sie haben es auch geschafft Firmen in die Innenstadt zu locken. Die Entwicklungen der Städte in den USA sind wirklich total spannend.

Nach dieser Einführung warne wir Eis essen und sind dann zur Veranstaltung. Es war wie immer. Ein paar Begrüßungen, dann habe ich zwei Stücke gespielt (an der Stelle sei gesagt, dass ich mich ganz gut geschlagen habe und in dem selben Saal gespielt habe in dem Hilary Hahn ihr erstes Konzert gegeben hat) und zum Schluss eine Podiumsdiskussion. Alles hat gut geklappt. Wie immer haben wir gut und gratis essen können und die Leute waren zufrieden.

Abends sind wir dann zurück nach Washington und haben dort bei einem Freund von Ales und Julius gegrillt und noch etwas gesessen und gequatscht. War sehr schön.

So ich muss los. Bis dann,

Zeno

Samstag, 22. Juni 2013

Hetzen



Gestern Morgen sollten die Azubis um halb neun von einem Taxi in Camden abgeholt werden dann gemütlich rüber fahren und sich dann mit uns im Bahnhof treffen damit wir noch genug Zeit haben um zum Bus zu laufen und nicht hetzten müssen. Das alles hat leider nicht ganz so gut geklappt. Das Taxi kam nicht oder hat etwas missverstanden und ist dann stinksauer weg gefahren und wollte die Azubis nicht mehr abholen, hat sich dann aber zehn vor neun (unser Bus sollte um 9.15 fahren) dazu entschlossen sie doch zu fahren. Auf die Sekunde genau kamen wir zum Bus und sind etwas gestresst in Washington dann angekommen. Dort mussten wir schnell zum Hostel unsere Sachen ablegen, sind von dort zum Kapitol um dort Bilder zu machen und haben uns dann mit Katharina in der U-Bahn getroffen.

Wir sind zu den Brookside Gardens gefahren. Das ist eine riesige Garten Anlage. Bildhübsch und so ordentlich und gepflegt wie meine Gärten nie waren und nie sein werden. Ich muss aber sagen, dass ein so gepflegter Garten etwas Unnatürliches hat. Sie sind zwar schön doch für meine Begriffe zu gerade, zu geordnet und zu geplant. Was mir aber umso mehr gefallen hat war das Schmetterlingshaus. Sie haben Schmetterlinge aus aller Welt in ihrem Gewächshaus. Ich liebe diese kleinen, zarten Tierchen. Sie sehen aus wie kleine Träume die umherflattern.

Nach den Gärten sind wir dann in eine Synagoge gefahren und haben dort an einem Shabbat Gottesdienst teilgenommen. Es gab vorab eine kurze Einführung ins Judentum und dann den Gottesdienst und wie es so üblich ist gab es auch ein Shabbatdinner. Es war sehr schön vor allem, weil der Gottesdienst draußen im Freien war.

Ja das war mein sehr anstrengender Tag gestern. Heute geht es mit noch einem ähnlich anstrengendem weiter.
Bis dann,

Zeno

Donnerstag, 20. Juni 2013

Forellen



Heute habe ich zwar nicht verschlafen war aber trotzdem etwas zu spät dran. Mit leichter Verspätung sind ich und Kai zu meinem Klienten und haben uns mit ihm unterhalten, so fern möglich, da er auf Schmerzmitteln war und immer wieder im Satz aufhörte zu sprechen und vergaß was er eigentlich sagen wollte. Ich hatte meine Viola dabei und habe ihm dann etwas vorgespielt, was ihn sichtlich gefreut hat. Nach ihm sind ewig zu meiner nächsten Klientin gefahren und auch ihr habe ich etwas vorgespielt. Auf dem Weg zum Bus dann habe ich mit Kai unterhalten und er meinte, dass er öfters seine Oma besuchen sollte.
Es fasziniert mich wie die Menschen auf meine Arbeit reagieren. Yanbo meinte, dass sie sich sehr jung fühle. Ich selbst habe durch die Altenarbeit so viel gewonnen aber alles erst im Laufe der Zeit. Es ist erstaunlich für mich, dass die Arbeit auch teilweise so unmittelbar wirken kann.

Als wir dann im Office waren gab es zehnmal so viel zu tun wie ich hätte machen können. Diese Woche war bisher so unfassbar anstrengend und es kommt noch eine. Wenn das Programm vorbei ist werde ich glaube ich erst mal einen ganzen Tag lang nur schlafen. Um fünf bin ich dann von der Arbeit nach Hause geflogen und habe dort geputzt und vorbereitet. Um halb sieben kamen, Henry, Marie, Toya, Yvonne und David. Ich habe Forellen für alle gegrillt und dazu gab es Gurken Tofu Salat, Kartoffeln mit Tzaziki und Limonaden. Henry und Marie, brachten noch frischen Sangria mit und wir haben uns in den Hof gesetzt und dort schön gespeist.  Leider waren alle etwas müde und sie sind schon gegen neun aufgebrochen. Etwas schade aber egal.

So ich muss jetzt meine sieben Sachen packen damit es morgen nach Washington gehen kann. Wir haben das Wochenendprogramm dort. Bis dann,

Zeno

Quartett und Quintett



Ich habe gestern verschlafen. Nicht viel aber ein Bisschen. Die ganzen Strapazen fordern ihren Tribut und ich bin langsam etwas ausgelaugt. War aber alles nicht so schlimm ich habe Kai, der Azubis der mich die nächsten Tage begleitet, morgens gegen neun getroffen und bin dann mit ihm zu meinen Klienten gegangen. Ich mag es Leute mit zu meinen Klienten zu bringen. Sie freuen sich und blühen nochmals richtig auf. Sie erzählen noch eifriger und wollen unbedingt kundtun wie toll ich doch bin.

Sehr gefreut hat mich gestern, dass eine Klientin von mir die über 96 ist und vor einiger Zeit auf ihre Hüfte gestürzt ist, wieder nach Hause kam. Sie kann mit einer Gehhilfe laufen und sich wieder alleine versorgen, nach nur fünf Wochen Therapie. Erstaunliche Frau.

Als wir dann mit den Klienten fertig waren sind wir noch ins Office gegangen um dort zu sehen ob etwas meiner unmittelbaren Aufmerksamkeit bedarf. Gearbeitet habe ich dort nicht viel sondern wurde nur kurz wieder auf den aktuellen Stand der Dinge gebracht.

Danach ging es dann in den Reading. Ich habe Forellen, Kartoffeln, Kräuter und Beeren gekauft. Heute werde ich ein kleines Dinner haben und ich mache frische Forelle. Mit den Forellen im Gepäck bin ich dann fix nach Hause und habe dort alles eingeräumt und schon kam mein Quartett vorbei. Wir haben ganz fleißig geübt und wir machen auch eindeutige Fortschritte. Ich denke bis zum Konzert werden wir wirklich gut sein. Es macht so viel Spaß im Quartett zu spielen. Es ist einfach die perfekte Besetzung für mich. Kurz vor Schluss kam noch ein Freund von Anthony (einem Geiger), der Klarinette speilt und wir haben das Brahms Klarinetten Quintett vom Blatt gespielt. Naja ich habe nicht gespielt ich stand eher mit offenem Mund da, da dieses Quintett schwieriger ist als so manches Solokonzert für Viola. Es hat aber trotzdem viel Spaß gemacht und es ist einfach schön wieder Leute zu haben mit denen man musizieren kann.

So ich muss los.
Bis dann,

Zeno