Montag, 26. August 2013

Freunde



Um meiner Familie eine schöne Zeit hier zu bereiten stand ich die letzten Wochen immer extrem viel unter Strom. Gestern konnte ich zum ersten Mal wieder ausschlafen. Ich habe bis elf geschlafen und bin dann mal wieder von der Sonne geweckt worden. Nach einem Rührei Frühstück bin ich dann mit dem Trolley (der S-Bahn) nach University City gefahren und habe mich dort mit Iris getroffen. Wer sich nicht erinnert Iris ist die junge Chinesin, die aus den USA geworfen wurde als ihre Familie kein Geld mehr für das Studium hier hatte. Letzte Woche Mittwoch kam sie wieder und hat eine Wohnung gesucht, nachdem sie jetzt eine gefunden hat hatte sie Zeit Leute zu treffen.

Wir sind zu erst bei einem Vietnamesen essen gegangen. Ich hatte wunderbare Frühlingsrollen und zum Nachtisch Grünteeeiscreme. Als wir dann satt waren sind wir weiter zu einem Taiko Fest. Taiko ist eine japanische Art zu trommeln, in der man traditionelle Kleidung trägt, auf ganz gewisse Art und Weise steht und trommelt. Es ist ziemlich cool und einer der Couch Surfer macht es und wir haben ihm dabei zu gesehen. Gestern muss auch ein traditionell japanisches Fest gewesen sein aber das kam nicht so ganz genau raus. Es war schön und Iris fand es unglaublich lustig westliche Menschen in japanischer Kleidung zu sehen. Gegen vier sind wir dann wieder nach Center City, denn es war naked Bike Ride. Um die 300 Menschen haben sich getroffen und sind nackt Fahrrad gefahren um für nachhaltigere Lebensweisen zu protestieren und vor allem um Fahrrad fahren zu promoten aber auch um eine natürlicheres Schönheitsideal zu fördern. Eigentlich eine sehr schöne Idee aber ich wäre in tausend kalten Wintern nicht mitgefahren. Viele hatten sich angemalt und es war fast wie eine schreiende, Fahrrad fahrende, nackte Parade. Sehr lustig.

Danach habe ich mich von Iris verabschiedet und bin nach Hause. Koffer packen. Eigentlich habe ich gar nicht so unglaublich viel Zeug aber das Chaos beim einpacken war gigantisch. Nach viel hin und her räumen habe ich jetzt den Großteil ein- bzw. verpackt und muss nur noch Kleinigkeiten rein quetschen.

Den Abschluss des Tages bildete Susannas Umzug. Die Liebe ist in ein riesiges wunderschönes Apartment nahe Rittenhouse Square gezogen und hat mich gefragt ob ich ihr beim Zeug rein räumen helfen kann. Erstaunlicherweise war es gar nicht so viel. Nach knapp zwei Stunden waren wir fertig. Wir haben dann noch Pizza gegessen und schön geplaudert.

Ach ja das war mein Tag. Bis bald,

Zeno

Sonntag, 25. August 2013

Never forget



Gestern sind meine Familie und ich nach New York gefahren. Ich wollte ursprünglich nur Michelle besuchen aber irgendwie kam dann alles etwas anders. Morgens sind wir um zehn mit dem Bus nach New York und wie immer wenn ich in New York ankomme bin ich als erstes von den vielen Menschen, dem U-Bahn System und einfach allem genervt. Das legte sich aber sehr schnell als ich dann meine Familie zu ihrem Hostel bzw. zum YMCA gebracht habe. Als wir dort dann ihre Taschen abgegeben haben und klar war, dass alles klappt, fühlte ich mich etwas entspannter.

Als erstes sind wir am Central Park und an der 5th Avenue spazieren gegangen. Meine Mama war ganz hin und weg, dass si mal im Central Park spazieren geht, da sie als junges Mädchen davon geträumt hat und niemals dachte, dass es tatsächlich mal was wird. Auf der 5th Avenue haben wir uns dann diverse Schaufenster und Modelabel angesehen. Anschließend sind wir zum Rockefeller Center und zum Times Square. Lustig fand ich wie sehr meine Mama vom Times Square enttäuscht war. Als wir dann das Gefühl hatten genug von Upton zu haben sind wir mit der Metro gen Downtown gefahren.

Als erstes sind wir zum 9/11 Memorial gefahren. Ich wollte unbedingt bevor ich nach Hause gehen Ground Zero sehen. Als die Anschläge geschahen war ich neun und ich weiß ganz genau, dass ich an dem Tag mit einem Freund im Wohnzimmer spielte als meine Mutter zur Tür reinkam und meinem Vater sagte er soll sofort den Fernsehe an machen. Sie dachte die im Radio machen einen schlechten Scherz aber da waren die Bilder von den brennenden Türmen, von dem Flugzeug, dass in die Türme raste. Am nächsten Tag in der Schule erzählte mir meine Sitznachbarin, dass ihre Tante im World Trade Center arbeite und es nicht klar sei ob sie noch lebe. An dem Tag habe ich ein Bild von New York gemalt. Erst einig Zeit später als das Chaos sich langsam legte kam heraus, dass die Tante unter dem Eingang stand als das Flugzeug in den Turm raste und so überlebte.

Das Memorial war sehr eindrucksvoll. Meine Mutter erzählt immer wie sie als junge Frau Vietnam und die Putsche in Südamerika erlebt hat. Für mich sind 9/11 und der arabische Frühling gleichbedeutend, dass ist Geschichte die ich erlebt habe und als ich neben den Loch, in das Wasser wie tausende von Tränen rein fließt, dass von Namen umgeben ist die alle getötet wurden, für nichts und wieder nichts, als ich neben den Krater stand der einmal ein das größte Gebäude New Yorks war, da wurde mir das so klar wie noch nie. Unglaublich schön fand ich die Geschichte eines Baumes. Während die Rettungskräfte die Trümmer durchwühlten fanden sie einen einzigen Baum, der zwar schwer malträtiert war aber überlebt hat. Dieser Baum wurde gepflegt und als er wieder groß und stark war im Memorial wieder eingepflanzt. Heute stehen im Memorial viele Bäume aber diese eine ist der Bam der die Anschläge überlebt hat und immer weiter wächst.

Nach diesem doch sehr bewegendem Besuch für mich sind wir dann in China Town vietnamesisch essen gegangen und danach durch little Italy spazieren gegangen. Dann ging es für mich nach Hause und meine Familie verbringt jetzt noch ein Wochenende in New York.

Ich gehe jetzt ein paar Freunde treffen. Bis dann,

Zeno

Samstag, 24. August 2013

Fairwell Zeno



Gestern war mein letzter richtiger Arbeitstag Zu Beginn habe ich eine meiner Klientinnen zum letzten Mal besucht. Sie war sehr traurig vor allem, weil sie jetzt keinen Freiwilligen mehr bekommen wird, da sie zu weit weg wohnt. Es ist irgendwie schwierig tschüss zu sagen, wen man gar nicht weiß wann man denn zurück kommen dann und vor allem die andere Person dann nicht mehr unter uns weilen kann.

Da gestern auch mein letzter richtiger Tag im Office war haben wir (Mark und ich) auch da einen kleinen Abschied gemacht. Zum Abschluss eines wunderbaren und überraschend produktiven Jahres waren ich und Mark in Sabrinas Cafe, einem Restaurant in der Nähe von meinem Haus hier. Ich hatte Jambalaya, wie sehr ich dieses Gericht liebe. Wir haben über mein Jahr hier gesprochen und was so alles geschafft wurde. Es war schön.

Ich bin dann etwas früher aus dem Office gegangen um mich schnell umzuziehen, denn abends gab es Family Dinner bei Henry und Marie. Wir waren da, Yvonne und Toya und einige von Henrys und Maries Kindern und Enkelkinder. Marie hat ein köstliches Essen gezaubert und wir haben einen wunderschönen Abend gehabt. Es war entspannt und wir haben es sehr genossen. Besonders süß war, dass Marie Yvonne, Toya und mir ein Buch mit Fotos gebunden hat. Es ist wunderschön und eines der wunderbarsten Geschenke die ich je bekommen habe.

Auf der Rückfahrt von ihrem Haus habe ich mich dann in Center City rauswerfen lassen und bin noch zu einer Couch Surfing Party. Der Alkoholpegel war überraschend niedrig und deswegen konnte ich mich gut mit allen unterhalten. Es war toll nochmal alle wieder zu sehen bevor ich gehe. Ich hatte die Gelegenheit tschüss zu sagen und von allen zu hören, dass sie mich vermissen werden und in Freiburg besuchen kommen. Ach wie ich sie alle liebe.

Nach diesem sehr, sehr schönen Tag geht es heute mit meinen Eltern nach New York, wo wir uns auch noch mit Michelle treffen werden.

Bis dann,

Zeno

Freitag, 23. August 2013

Back in Camden

Gestern habe ich meine Familie zu Yvonne nach Camden geschickt, damit sie mal ein bisschen die andere Seite der USA erleben. Während ich im Office gearbeitet habe und meinen Projektbesuch im Jewish Family and Children Service hatte bin ich dann dazu gestoßen.

Im Office hab ich diverse Kleinigkeiten mit Mark besprochen und diverse Kleinigkeiten erledigt. Irgendwie gibt es nichts übermäßig Großes zu erledigen, was vermutlich ein gutes Zeichen ist. Mein Projektbesuch war sehr positiv und es war schön nochmal Robin und Shlomit zu treffen und etwas über mein Jahr hier zu reden.

Nach einem etwas schlauchenden aber produktiven Arbeitstag bin ich dann in die Patco nach Camden gesprungen und in Camden dann in den Bus zum Haus der Mädchen. Alles hat etwas länger gedauert, wie so oft in Camden aber als ich dann am Haus angekommen war und ein bisschen mit allen geplauscht hatte sind wir dann zu einem hispanischen Restaurant essen gegangen. Es war sehr lecke rund sehr viel.

Nach einem schönen und für mich kurzen Aufenthalt in Camden sind wir dann zurück nach Philly und ich habe noch WGs angeschrieben.

Naja ich husche jetzt ins Bett. Bis dann,

Zeno

Donnerstag, 22. August 2013

Abschied



Jedes Mal wenn ich einen meiner Klienten besucht habe gehe ich nach dem plausch, dem Einkauf, den Keksen oder was auch immer anliegt zur Tür, rufe noch einmal „take good care of zourself“ gehe durch die Tür und dann Schnurstraks weiter zum nächsten Klienten, meistens mit etwas Verspätung. Gestern war es das selbe bloß hat sich alles merkwürdig und unwirklich angefühlt. Es war da letzte Mal, das ich Tür von einigen Klienten geschlossen habe. Ich werde in nächster Zeit keine Butter, orangen, Laktose freie Milch und 45 Kalorien Brot mehr für sie kaufen. Ich werde nicht mehr erzählen wo ich am Wochenende alles war und wie wunderbar Philly ist.
Der merkwürdigste Moment ist, wenn ich mich verabschiedet habe und ich und meine Klienten stehen da. Wir haben gesagt was wir sagen wollten und ich muss jetzt den ersten Schritt machen. Ein Schritt und dann ist es vorbei. Ein Jahr, ein ganzes Jahr zu Ende und sobald ich dann loslaufe, stehen sie da und schauen mir nochmal hinterher, sie stehen da wie an dem Tag an dem ich zum ersten Mal kam.

Nietzsche sprach einmal von der Wiederholung des ewig gleichen und nun ja so unrecht hat er nicht. Das Ende gleicht meinem Anfang hier auf eine Weise wie ich es nie vermutet hätte.

Als ich dann eine Mittwochstour durch hatte und im Office Mark noch meinen Eltern vorstellt und dort noch ein bisschen was erledigt hatte, habe ich mich zu hause frisch gemacht und bin noch zu einem Couch Surfing Meeting. Es war in einer Bar Downtown, die so unglaublich laut war, dass ich recht früh gehen musste, weil ich es einfach nicht ausgehalten habe. Abgesehen davon war es schön. Nach und nach kann ich mich von Leuten verabschieden und mich damit abfinden, dass ich bald gehen muss.

Wie auch immer. Jetzt wird frisch in einen neuen Tag gestartet.
Bis dann,

Zeno